
Alina Weißenfels
Psychotherapie bei Angststörung
Angst ist ein natürliches Gefühl, das uns vor Gefahren warnt. Wenn Ängste jedoch dauerhaft, übermäßig und unbegründet auftreten, spricht man von einer Angststörung. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland und beeinträchtigen das tägliche Leben stark. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) leiden etwa 15 % der Erwachsenen in Deutschland im Laufe ihres Lebens an einer Angststörung (1) . Trotz der hohen Verbreitung bleiben Angststörungen oft unerkannt und unbehandelt. Dabei gelten sie in der Regel als gut behandelbar. Vor allem die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als Behandlungsmethode als besonders wirksam erwiesen.
Panikstörung
Bei einer Panikstörung treten wiederholt Panikattacken auf, die mit intensiven körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Schwindel und Atemnot einhergehen. Manchmal haben betroffene auch den Eindruck, sie könnten die Kontrolle über sich verlieren oder sterben. Die Auslöser der Panikattacken sind für Betroffene dabei oft nicht erkennbar und scheinen aus heiterem Himmel zu kommen. Typischerweise entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Angst vor der Angst. Mehr als ein Viertel aller Menschen haben irgendwann mal in ihrem Leben eine Panikattacke. Ca. 5% aller Menschen in Deutschland entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Panikstörung. Oft sind Panikstörungen mit einer Agoraphobie verbunden.
Agoraphobie
Menschen mit Agoraphobie fühlen intensive Angst vor Situationen oder Orten, aus denen im Falle aufkommender Panik eine Flucht nur schwer möglich wäre oder peinliches Aufsehen erregen würde - etwa in Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder weit weg von zuhause. Oft tritt diese Angst gemeinsam mit Panikattacken auf. Allein die Erwartung, in eine solche Situation zu geraten, kann schon starke Anspannung auslösen, sodass Betroffene bestimmte Wege oder Orte zunehmend meiden und sich zunehmend einschränken.
Generalisierte Angststörung (GAS)
Die generalisierte Angststörung (GAS) ist ist gekennzeichnet durch übermäßige und anhaltende Sorgen und Befürchtungen in vielen Lebensbereichen, oft ohne konkreten Anlass. Die Sorgen und Ängst sind also nicht auf spezifische Situationen oder Objekte bezogen. Die Symptome umfassen innere Unruhe, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten sowie körperliche Anzeichen wie Muskelverspannungen oder Schlafstörungen. Charakteristisch ist, dass die Sorgen sich kaum kontrollierbar anfühlen und mindestens sechs Monate lang an den meisten Tagen auftreten.
Soziale Phobie
Menschen mit sozialer Phobie haben eine ausgeprägte Angst vor negativen Bewertungen, Kritik oder Blamage in sozialen Situationen, was zu erheblichem Stress und Vermeidungsverhalten führen kann.
Menschen mit sozialer Phobie kennen die lähmende Angst, von anderen negativ bewertet zu werden – sei es bei Vorträgen, in Gesprächen oder auch bei Alltagsbegegnungen wie beim Einkaufen. Häufig treten dabei körperliche Symptome wie Herzklopfen, Zittern, Erröten, Schwitzen, Magenbeschwerden oder ein trockener Mund auf, oft begleitet von dem Drang, die Situation zu verlassen.
Spezifische Phobien
Hierbei handelt es sich um intensive Ängste vor bestimmten Objekten oder Situationen, wie z.B. Angst vor Höhen, vor Tieren (häufig Hunde, Spinnen, Schlangen), vorm Fliegen oder auch vor Spritzen. Sobald der angstauslösende Reiz auftritt oder erwartet wird, kommen typische Angstsymptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Die Angst ist dabei so stark, dass entsprechende Situationen entweder vermieden oder nur mit starker Angst durchgestanden werden.
Quelle: (1) RKI Gesundheitsberichterstattung